Ins Wasser gelotst
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Immer mehr Autofahrer nutzen für ihre Fahrten ein Navigationssystem. Entweder es ist vom Autohersteller bereits vorinstalliert oder man besorgt sich eines der vielen mobilen Geräte, die sich meist mit Saugnapf im Wageninnern befestigen lassen. Streng genommen bieten diese Geräte ja weit mehr als Navigation, vielmehr sind sie echte Lotsen. Anfang Dezember gab es eine dpa- Meldung, dass ein junger Autofahrer sein Auto in der Nähe von Offenbach in den Main gefahren hat. Es war nacht, er hatte noch 4 weitere junge Männer im Auto und alle müssen extrem ortsunkundig gewesen sein, denn sie ließen sich bei ihrer Wochenend-Sause nur von einem Navi leiten. Und der lotste den Fahrer zum Mainufer bei Rumpenheim und ließ ihn dann rechts abbiegen - geradewegs in die kalten Fluten. Die 5 Insassen konnten sich noch rechtzeitig aus dem Fahrzeug retten und ans Ufer schwimmen, aber das Auto versank in den Fluten. Erst die Feuerwehr konnte den Wagen bergen. Der Fahrer war laut Polizeibericht offenbar nicht alkoholisiert, aber offenbar hatten alle 5 Männer ihre Wahrnehmung der Umgebung nicht mehr aktiviert, sondern sie komplett an den elektronischen Lotsen abgegeben. Anders lässt sich so ein Unfall nicht erklären. Es muss dazu gesagt werden, dass das Gerät wahrscheinlich keinen wirklichen Fehler hatte, denn der Wagen wurde exakt an die Anlegestelle der Rumpenheimer Fähre gelotst. Nur stand dort kein Schiff, das den Wagen auf die andere Mainseite hätte bringen können. Vielleicht war der Navi nicht auf dem neuesten Stand gebracht, hatte veraltetes Kartenmaterial oder war falsch eingestellt. Das lässt sich jetzt nicht mehr nachvollziehen, aber auch wenn man sich die allerneuesten Navigationsgeräte von Tom-Tom, Falk, Magellan, Garmin oder ein Medion Navi mit ins Auto packt, so sollte man doch nicht so fahren, als ob man sich vor der Spielkonsole befindet. Da gibt es nur eine Realität, die auf dem Bildschirm, aber im Straßenverkehr sollte man schon auf die Umgebung achten und die Verantwortung für sich und sein Fahrzeug nicht einem technischen Hilfsmittel übertragen - das geht sowieso nicht. Man muss selber alles im Auge haben, dann fährt man auch nicht einfach so über eine leere Fähranlegestelle...

Autor: Andreas Mettler
Email: presse[at]mettlerweb.de





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