Die Medien - Ein Instrument?
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Sind die deutschen Medien nur noch Handlanger der Unternehmen und des Kapitals? Riesige PR-Maschinerien lancieren gute eigene und schlechte Meldungen der Anderen zuhauf. So könnte man zumindest meinen, wenn man sich die täglichen Berichte in der Presse anschaut.

Die Medienlandschaft wird tagtäglich mit abertausenden Meldungen und Berichten überschüttet. Man könnte fast meinen, dass dort die Theorie hinter steht: irgendeiner wird es schon bringen. Aber nicht, dass man glaubt es werden nur werbende Informationen verbreitet. Nein, auch die Desinformation ist ein Stilmittel, das immer häufiger angewandt wird.

Und wenn dann doch mal ein gut recherchierter Bericht zustande kommt, drohen die eventuell Betroffenen mit Entzug von Werbeetats oder es werden direkt Horden von Anwälten auf die Redaktionen losgelassen. Und schon sitzen die Verlage in der Zwickmühle: Der ständige Kostendruck führt dort zu einer knappen Personaldecke.

Die Folge dieses ständigen Überlebenskampfes der Verlage liegt auf der Hand: Immer mehr Texte werden nicht in den Redaktionen sondern in den Pressestellen von Unternehmen gefertigt. Während die Verlagsredaktionen sich in den letzten Jahren gesundgeschrumpft haben, explodieren die Mitarbeiterzahlen und die Etats der PR-Abteilungen.

Sind unsere Medien damit zu einem zahnlosen Tiger geworden? Wo bleibt die viel beschworene Pressefreiheit, wenn das Geld für eine gute Artikelrecherche fehlt?

Sie glauben das Alles nicht? Über einen anscheinend besonders dreisten Fall berichtet das Manager-Magazin in seiner Ausgabe 06/07. In den Werbeverträgen eines der weltgrößten Bankhäuser soll der Passus "Wenn beanstandungswürdiger redaktioneller Inhalt geplant ist, muss die Werbeagentur des Bankhauses benachrichtigt werden, weil Veränderungen in letzter Minute nötig sein könnten.", eingefügt sein. Weiter soll es in den Verträgen heißen: "Falls es für Redigaturen schon zu spät ist, müssen alle Anzeigen für mindestens 48 Stunden gestrichen werden."

"Honi soit qui mal y pense"
Schmach über den, der Arges dabei denkt

Nun, vielleicht wird auch alles ‚nicht so heiß gegessen'. Die Unabhängigkeit eines Journalisten, sollte m.E. aber viel deutlicher gestärkt werden. Die im Grundgesetz verankerte Pressefreiheit scheint in der heutigen Zeit aber offensichtlich nur noch ein stumpfes Schwert zu sein. Ich mag mich irren und es ist auch ein ganz anderer Grundsatz zu befolgen:

"Tempora mutantur et nos mutamur in illis"
Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit ihnen.


Autor: Petra Brerkovic
Email: petra.brerkovic[at]gmx.net





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© 25.06.2007 by Bimawi.de

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